Naturschutz-Sonntagswanderung
mit Vorstellung der NABU-Schutzgebiete im Erlenbachtal
Viele Interessenten informierten sich am Sonntag, 28. Oktober 2018, bei einem zweistündigen Rundgang

Fotos: Jürgen Erker, Jutta Pfetzing

Skizze unseres "Wandergebietes" am 28. Oktober mit den Schutzgebieten

Nicht nur im Bizzenbachtal, auch am Erlenbach im Südwesten Wehrheims hat der NABU Wehrheim mittlerweile eine ganze Reihe Schutzgebiete vorzuweisen. So soll nicht nur eine weitere Biotopvernetzung erreicht werden, auch Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur des Erlenbachs nach der Wasserrahmenrichtlinie sind dem NABU Wehrheim ein Anliegen..

Insbesondere in den beiden Schutzgebieten "Feldgehölz Wolfskehl" und "Erlenbachaue Wolfskehl" ist in diesem Jahr einiges für den Naturschutz getan worden. Diese beiden Gebiete sowie das Schutzgebiet "Feuchtwiese Weltes", "Saalborn" und "Oberweltes" wurden bei dem zweistündigen Rundgang vorgestellt.




Jochen Brennecke begrüßte die Interessenten am Treffpunkt (Bahnhof Wehrheim).
Wolf-Dieter Herrmann und er stellten anhand einer Karte und von Satellitenaufnahmen die Schutzgebiete vor, die wir heute besuchen wollten.


Vom Bahnhof ging es zunächst über die Bahnschienen, wo man kurz danach linker Hand das Gebiet sehen konnte, auf dem durch die Gemeinde Wehrheim als Ausgleichsmaßnahme für das Gewerbegebiet Süd in Kürze noch eine weitere ökologisch interessante Fläche hinzu kommt.

Jochen Brennecke zeigte, wo die Gemeinde Wehrheim plant, eine Feuchtwiese mit Laichtümpel anzulegen. Diese wird sich hervorragend in das vom NABU geschaffene Biotopsystem einfügen.

Auf dem ca. 3.000 qm großen Grundstück "Feldgehölz Wolfskehl" konnten wir zeigen, was wir bereits aus dem ehemaligen Reitplatz geschaffen hatten. Die Grünfläche wird von einem Ökolandwirt ein- bis zweimal im Jahr extensiv für die Beweidung durch Rinder genutzt.

Das ca. 6.000 qm große Grundstück "Erlenbachaue Wolfskehl" hatten wir uns hart erkämpft. Wir mussten sogar vor Gericht ziehen, damit wir es behalten durften. Dieses Grundstück berührt dass FFH-Gebiet Erlenbach und dient uns besonders zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, indem wir die Struktur des Erlenbachs durch verschiedene Maßnahmen verbessern wollen.

Wir betrachteten eine der drei Grabentaschen, die durch einen Baggereinsatz geschaffen wurde.

Seit der Ausbaggerung gab es keinen nennenswerten Niederschlag, so dass die Ausbaggerungen noch sehr "fremd" in der Landschaft aussehen. Wir warten nun auf Wasser, das nach unseren Erfahrungen die Landschaft "von ganz allein" modelliert.

Jochen Brennecke zeigte Fotos aus dem Frühjahr, auf denen zu erkennen war, dass ein Teil der Wiese überschwemmt war. Dem Erlenbach ist nun "offiziell" erlaubt, über die Ufer zu treten. Da das Grundstück dem NABU Wehrheim gehört, erleidet hierdurch auch kein Landwirt Schaden.

Weiter ging es zum Schutzgebiet Weltes, das der NABU nun schon seit 1989 betreut. Eine der ersten Aktionen war die Pflanzung einer Hecke als Abgrenzung zum Nachbargrundstück.

Die alte Erlenbachschleife mit den alten Weiden ist ein wertvolles Biotop - leider zurzeit viel zu trocken.

Nachdem wir die Umgehungsstraße über die Brücke überquert hatten, kamen wir zum Feuchtgebiet Oberweltes. Auch hier war der Tümpel ausgetrocknet.

Damit der Tümpel nicht verlandet, wird der NABU bald wieder Pflanzen entfernen müssen.

Direkt neben dem Überlauf konnten wir eine Zeitlang eine Maus beobachten.

Auch noch auf der anderen Seite der Umgehungsstraße befindet sich der Saalborn. Hier stehen wir "ganz hinten" an dem vom NABU geschaffenen Tümpel, der erstaunlich viel Wasser führt.

Junge Sträucher und Bäume haben es auch im Erlenbachtal durch den Wildverbiss schwer. Hier sieht man ein stark geschädigtes junges Pfaffenhütchen.

Ein kleiner Strauch, der aber besonders intensiv leuchtete und schon von weitem auffiel:
Die Früchte des Pfaffenhütchens hingen hier besonders zahlreich und dicht zusammen.


Der Saalborn war das letzte Schutzgebiet, das wir heute vorgestellt hatten.
Trotz der ungewohnt niedrigen Temperaturen, gepaart mit einem ordentlichen Wind und bewölktem Himmel, freuten wir uns, dass die vielen interessierten Besucher durchgehalten haben und viele Fragen stellten, die wir gern beantworteten. Wir hoffen, dass wir durch die kleine Wanderung den Gästen unsere Schutzgebiete und die damit verbundene wichtige Funktion für den Naturschutz näher bringen konnten.